Immobilienfotos fürs Exposé: Welche Bilder Käufer wirklich überzeugen

Der erste Eindruck einer Immobilie entsteht heute nicht mehr bei der Besichtigung, sondern in einer Ergebnisliste auf dem Handy, in etwa zwei Sekunden. Was in diesen zwei Sekunden zu sehen ist, entscheidet darüber, ob überhaupt jemand weiterklickt. Dieser Beitrag beschreibt, aus welchen Aufnahmen ein vollständiges Exposé besteht, welche Rolle das Luftbild darin spielt und welche Fehler in der Praxis am meisten kosten.

Woraus ein vollständiges Exposé besteht

Ein Exposé, das keine Rückfragen provoziert, deckt vier Ebenen ab:

  1. Das Objekt im Zusammenhang. Wie steht das Haus auf dem Grundstück, wie ist der Zuschnitt, was liegt daneben? Das ist die Ebene, die vom Boden aus praktisch nicht darstellbar ist.
  2. Die Außenansichten. Alle relevanten Fassadenseiten, Eingangsbereich, Garten und Terrasse, Garage oder Stellplatz.
  3. Die Innenräume. Jeder Raum mindestens einmal, aus der Ecke aufgenommen, aufgeräumt und mit Tageslicht.
  4. Die Unterlagen. Grundriss, Energieausweis, gegebenenfalls Lageplan. Ein Grundriss beantwortet mehr Fragen als zehn zusätzliche Fotos.

Fehlt Ebene 1, wirkt ein Exposé unvollständig, ohne dass der Betrachter benennen kann, warum. Er sieht ein Haus, aber er versteht das Grundstück nicht.

Was das Luftbild leistet, was kein anderes Bild kann

Vier Dinge zeigt nur die Aufnahme aus der Luft:

Der häufigste Einwand lautet: Der Makler macht die Fotos doch. Das stimmt für die Innenräume, und viele Makler machen das gut. Die Aufnahme aus der Luft ist aber eine eigene Disziplin mit eigener Ausrüstung und eigenen Genehmigungen. Deshalb arbeiten wir mit Maklern im Ruhrgebiet auch zu festen Preisen pro Immobilie zusammen, ergänzend statt konkurrierend.

Die Reihenfolge entscheidet mit

Für die Anordnung im Exposé hat sich diese Dramaturgie bewährt: Titelbild aus der Luft oder von schräg vorn, dann die Außenansichten, dann der Eingangsbereich, danach die Innenräume in der Reihenfolge, in der man das Haus durchschreitet, anschließend Garten und Außenanlagen, am Ende Grundriss und Unterlagen.

Der Grund ist einfach: Der Betrachter soll das Objekt in derselben Reihenfolge kennenlernen, in der er es bei einer Besichtigung erleben würde. Springt die Bildfolge zwischen Bad, Luftbild und Küche hin und her, entsteht kein Bild vom Haus, sondern eine Sammlung von Fotos.

Ein praktischer Hinweis zum Titelbild: Prüfen Sie, wie es als kleine Vorschau aussieht. Viele Portale schneiden auf ein anderes Seitenverhältnis zu. Ein Motiv, das erst in voller Größe wirkt, ist als Titelbild die falsche Wahl.

Nutzungsrechte: der Punkt, der später teuer wird

Bilder einer Immobilie werden an vielen Stellen verwendet: im Portal, auf der Maklerwebsite, im gedruckten Exposé, in sozialen Netzwerken, gelegentlich noch Jahre später beim Wiederverkauf. Klären Sie deshalb vor der Beauftragung, welche Rechte Sie erhalten. Die relevanten Fragen sind: Dürfen Sie die Bilder zeitlich unbegrenzt nutzen? Auch für andere Kanäle als den ursprünglich genannten? Dürfen Sie sie weitergeben, etwa an den Käufer oder an ein Portal?

Bei uns sind die Nutzungsrechte in den Foto-Paketen enthalten, Sie erhalten die Aufnahmen als hochauflösende Dateien zur freien Verwendung. Das ist keine Selbstverständlichkeit im Markt, deshalb steht es in unserem Beitrag zur Anbieterauswahl auch auf der Prüfliste.

Die teuersten Fehler

Vor dem Termin lohnt sich eine halbe Stunde Aufräumen im Außenbereich. Von allen Maßnahmen zur Bildverbesserung ist das die mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung.

Passende Leistungen

Häufige Fragen zu Immobilienfotos

Genug, um jeden Raum und jede Außenseite einmal zu zeigen, plus Grundstück und Umfeld. Bei einem Einfamilienhaus sind das erfahrungsgemäß 20 bis 30 Aufnahmen. Weniger als zehn wirkt lückenhaft, sehr viel mehr ermüdet.
Bei einer Wohnung in einem größeren Objekt meist weniger, weil die einzelne Einheit von außen nicht abgrenzbar ist. Sinnvoll wird es, wenn die Lage das Verkaufsargument ist, etwa bei Nähe zu Grünflächen, Wasser oder einer besonderen Aussicht.
Ja, in unseren Foto-Paketen sind die Nutzungsrechte enthalten. Sie erhalten hochauflösende Dateien und können sie im Portal, auf Ihrer Website, im gedruckten Exposé und in sozialen Netzwerken verwenden.
Das Foto-Paket beginnt bei 199 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und umfasst 20 bis 30 bearbeitete Luftbilder aus verschiedenen Höhen und Winkeln. Mit 4K-Video liegt das Komplett-Paket bei 399 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Für Makler bieten wir Rahmenverträge mit festem Preis pro Immobilie.
Für die Luftaufnahmen genügt es, den Außenbereich aufzuräumen: Mülltonnen wegstellen, Gartenschlauch aufrollen, Fahrzeuge von der Einfahrt fahren, Wäsche abnehmen. Von oben sieht man diese Dinge besonders deutlich.

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Stand: August 2026. Dieser Ratgeber gibt den Sachstand nach bestem Wissen wieder und ersetzt keine Rechts-, Versicherungs- oder Sachverständigenberatung im Einzelfall.