Dachschäden erkennen: Diese Warnzeichen sieht man nur von oben

Der größte Teil aller Dachschäden bleibt jahrelang unbemerkt, weil das Dach der einzige Bauteil ist, den niemand von unten sieht. Vom Garten aus erkennen Sie die untersten zwei Ziegelreihen und den Rest nur schräg von der Seite. Genau dort, wo die typischen Schäden entstehen, am First, an den Kehlen und an den Anschlüssen, endet der Blick. Dieser Beitrag zeigt Ihnen die Warnzeichen, die wir bei unseren Sichtprüfungen im Ruhrgebiet am häufigsten finden, und sagt ebenso klar, was auf einer Luftaufnahme nicht zu sehen ist.

Warnzeichen, die Sie schon von innen bemerken

Bevor es aufs Dach geht: Diese Anzeichen im Haus deuten auf ein Problem oberhalb hin und sollten immer eine Prüfung nach sich ziehen.

Was wir aus der Luft am häufigsten finden

Diese Schadensbilder machen den Großteil unserer Befunde aus, geordnet nach Häufigkeit:

  1. Verschobene Ziegel. Meist Folge von Wind oder von Tritten bei Arbeiten am Dach. Ein verschobener Ziegel öffnet die Eindeckung, ohne dass etwas herunterfällt.
  2. Gebrochene und gerissene Ziegel. Frostsprengung, Hagel oder Materialermüdung. Haarrisse sind aus dem Garten unsichtbar, aus zwei Metern Aufnahmedistanz dagegen deutlich zu erkennen.
  3. Gelöste First- und Ortgangziegel. Der First ist die windexponierteste Stelle des Daches. Ausgewaschenes Mörtelbett und gelockerte Firstkappen sind ein Standardbefund an älteren Dächern.
  4. Schäden am Kaminanschluss. Ausgewaschene Fugen, gerissene Verwahrungen und abgelöste Anschlussbleche. Der Übergang zwischen Schornstein und Dachfläche ist eine der häufigsten Eintrittsstellen für Wasser, mehr dazu bei der Schornstein- und Antennenprüfung.
  5. Verstopfte Kehlen und Rinnen. Laub, Moos und Nadeln sammeln sich in den Kehlen zwischen zwei Dachflächen. Staut sich dort Wasser, läuft es unter die Eindeckung.
  6. Moos- und Flechtenbewuchs. Optisch harmlos, praktisch nicht: Bewuchs hält Feuchtigkeit, hebt bei Frost Ziegel an und verstopft die Wasserführung.
  7. Stehendes Wasser und Blasenbildung auf Flachdächern. Der klassische Vorbote eines Abdichtungsschadens, von oben sofort sichtbar und vom Boden aus gar nicht.
  8. Undichte oder verrutschte Anschlüsse an Dachfenstern und Durchdringungen. Jede Durchdringung der Dachfläche ist eine potenzielle Schwachstelle.
  9. Schäden an Solarmodulen und deren Befestigung. Verschmutzung, Mikrorisse und gelöste Klemmen, siehe PV-Sichtkontrolle.

Was eine Luftaufnahme nicht zeigt

Hier trennen wir uns bewusst vom Werbeton, weil diese Ehrlichkeit für Ihre Entscheidung wichtiger ist als jedes Versprechen. Eine Drohnenaufnahme ist eine Sichtprüfung von außen. Sie zeigt nicht:

Was die Sichtprüfung dafür leistet: Sie sagt Ihnen mit hoher Zuverlässigkeit, ob etwas nicht stimmt und wo. Das ist der Punkt, an dem sich der Aufwand für alle Beteiligten reduziert, weil der Fachbetrieb gezielt anrücken kann statt auf Verdacht.

Wann es eilig ist

Nicht jeder Befund ist ein Notfall. Diese vier dagegen schon:

In allen anderen Fällen haben Sie Zeit für eine ruhige Entscheidung. Genau dafür ist die Sichtprüfung gedacht: Sie ersetzt den Verdacht durch einen Befund.

Passende Leistungen

Häufige Fragen zum Erkennen von Dachschäden

Ja. Für Detailaufnahmen gehen wir bis auf etwa zwei Meter an die Dachfläche heran, und die 4K-Auflösung zeigt auch aus größerem Abstand feine Risse und Absplitterungen. Was die Kamera nicht sieht, ist alles unterhalb der Eindeckung.
Sie ist der richtige erste Schritt, weil sie die Eintrittsstelle auf der Dachfläche meist findet. Die Feuchtigkeit selbst und der Zustand von Dämmung und Holz lassen sich nur von innen beurteilen. In der Praxis kombinieren viele Kunden beides.
Moos ist selten die Ursache, aber ein guter Indikator. Es hält Feuchtigkeit an der Oberfläche, kann bei Frost Ziegel anheben und verstopft Kehlen und Rinnen. Flächiger Bewuchs zeigt außerdem, dass die Dachfläche schlecht abtrocknet.
Sie erhalten die sortierte Fotodokumentation, auf Wunsch mit Markierung der auffälligen Stellen und einer schriftlichen Zusammenfassung dessen, was zu sehen ist. Ein Sachverständigengutachten ist das ausdrücklich nicht.
Ja, Sie erhalten die Nutzungsrechte an den Aufnahmen. Viele Betriebe schätzen das, weil sie den Aufwand einschätzen können, ohne für eine erste Besichtigung anzufahren.

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Stand: August 2026. Dieser Ratgeber gibt den Sachstand nach bestem Wissen wieder und ersetzt keine Rechts-, Versicherungs- oder Sachverständigenberatung im Einzelfall.