Wie oft sollte man das Dach kontrollieren lassen?
Die ehrliche Antwort auf diese Frage lautet: häufiger, als die meisten Eigentümer es tun. In der Praxis wird ein Dach oft erst dann angeschaut, wenn ein Fleck an der Zimmerdecke auftaucht. Zu diesem Zeitpunkt ist der Schaden aber schon Wochen oder Monate alt und hat sich in die Konstruktion gefressen. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, welche Intervalle sinnvoll sind, welche Ereignisse eine Sonderprüfung auslösen und warum das Thema nicht nur eine Frage der Sparsamkeit ist, sondern auch eine der Pflichten.
Die Faustregel: einmal im Jahr, mindestens alle zwei Jahre
Für ein Steildach mit Ziegel- oder Betonsteineindeckung hat sich eine jährliche Sichtkontrolle bewährt, spätestens alle zwei Jahre. Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, wenn die Frostperiode vorüber ist. Frost ist der Hauptfeind jeder Eindeckung: Wasser dringt in feine Risse ein, dehnt sich beim Gefrieren aus und sprengt das Material auf. Was im Herbst noch ein Haarriss war, ist im März eine offene Bruchstelle.
Bei Flachdächern raten wir zu zwei Terminen im Jahr, im Frühjahr und im Herbst. Die Abdichtung altert schneller als eine Ziegeleindeckung, und Probleme wie stehendes Wasser, Blasenbildung oder Bewuchs an den Abläufen entwickeln sich innerhalb einer Saison.
Ältere Dächer brauchen engere Intervalle. Ab etwa 25 bis 30 Jahren Standzeit steigt die Schadenshäufigkeit spürbar an, weil Befestigungen ermüden, Mörtelfugen auswaschen und die Oberfläche der Eindeckung porös wird.
Anlässe für eine außerplanmäßige Prüfung
Wichtiger als der Kalender sind die Ereignisse. Prüfen Sie in diesen Fällen zeitnah, unabhängig davon, wann die letzte Kontrolle war:
- Nach einem Sturm. Gelöste Firstkappen und verschobene Ziegel sind die Klassiker. Auch wenn nichts heruntergefallen ist, kann die Eindeckung geöffnet sein. Wie Sie dabei vorgehen, steht im Beitrag zur Sturmschadendokumentation.
- Nach Hagel. Hagelschlag hinterlässt Absplitterungen und feine Risse, die aus dem Garten unsichtbar bleiben und Jahre später zum Wassereintritt führen.
- Nach Arbeiten am Dach. Antennen- und Satellitenmontage, Schornsteinarbeiten, Photovoltaik-Installation, Kaminkehrerbesuche: Wo Menschen auf dem Dach laufen, brechen Ziegel. Eine Kontrolle nach der Abnahme ist gut investiert.
- Beim Kauf oder Verkauf einer Immobilie. Für Käufer ist der Dachzustand ein Preisfaktor, für Verkäufer ein Argument. In beiden Fällen ist eine dokumentierte Sichtprüfung günstiger als die Unsicherheit.
- Bei Wasserflecken, Zugluft oder Lichteinfall im Dachboden. Das ist kein Anlass mehr für eine Routinekontrolle, sondern für einen zeitnahen Termin.
- Vor Ablauf von Gewährleistungsfristen. Wer kurz vor Ende der Gewährleistung prüfen lässt, kann Mängel noch beim Verursacher geltend machen.
Der Punkt, den viele übersehen: Ihre Pflichten
Als Eigentümer eines Gebäudes trifft Sie die Verkehrssicherungspflicht. Vereinfacht gesagt: Von Ihrem Haus darf keine Gefahr für andere ausgehen. Löst sich ein Ziegel und trifft ein parkendes Auto, einen Passanten oder das Nachbargrundstück, stellt sich die Frage, ob Sie Ihr Dach in zumutbaren Abständen kontrolliert haben. Eine dokumentierte Sichtprüfung ist hier mehr wert als jede Beteuerung.
Der zweite Punkt betrifft die Gebäudeversicherung. Versicherungsverträge enthalten Obliegenheiten, dazu gehört die Instandhaltung des Gebäudes. Ein Schaden, der auf jahrelang unterlassene Wartung zurückgeht, kann zu Kürzungen führen. Für Hausverwaltungen und WEG gilt das verschärft, weil die Verwaltung gegenüber der Gemeinschaft rechenschaftspflichtig ist. Genau dafür gibt es die WEG-Dokumentation, deren Bilder direkt in die Eigentümerversammlung wandern.
Warum die Drohne das Intervall überhaupt erst realistisch macht
Der Grund, warum Dächer selten kontrolliert werden, ist nicht Nachlässigkeit, sondern Aufwand. Eine Kontrolle mit Gerüst kostet vier- bis fünfstellig und lohnt sich nur, wenn ohnehin gearbeitet wird. Ein Hubsteiger braucht Stellfläche und Bediener. Die Leiter endet bei acht bis zehn Metern und ist der häufigste Weg ins Krankenhaus. Wer vor dieser Auswahl steht, verschiebt die Kontrolle. Jahr für Jahr.
Eine Dach-Sichtprüfung per Drohne dauert 15 bis 30 Minuten, beginnt bei 149 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und braucht weder Aufbau noch Stellfläche. Damit wird aus einer Grundsatzentscheidung ein Routinetermin. Wie sich die Verfahren im Detail unterscheiden, rechnen wir im Beitrag zu den Kosten einer Dachinspektion durch.
Nehmen Sie die Dachrinne gleich mit. Sie ist der Bauteil mit der höchsten Schadenshäufigkeit und der geringsten Aufmerksamkeit, und sie lässt sich im selben Flug prüfen.
Passende Leistungen
- Dach-Sichtprüfung per Drohne die Routinekontrolle für Steil- und Flachdächer, ab 149 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.
- Dachrinnen-Sichtprüfung im selben Termin mit erledigt, ohne Aufpreis für einen zweiten Anflug.
- Hausverwaltungs- und WEG-Dokumentation mit Staffelpreisen für mehrere Objekte.
Häufige Fragen zur Dachkontrolle
Weiterlesen im Ratgeber
Wann wurde Ihr Dach zuletzt angeschaut? Eine Sichtprüfung beginnt bei 149 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.
✉ Sichtprüfung anfragenStand: August 2026. Dieser Ratgeber gibt den Sachstand nach bestem Wissen wieder und ersetzt keine Rechts-, Versicherungs- oder Sachverständigenberatung im Einzelfall.